Bericht von Röbi Maag, SG Oberaargau / Sept. 2004

Mit der kommenden Einführung der Ecolight Segelflugzeug-Schlepp-
maschinen wird ein weiterer Schritt Richtung umweltfreundlicher Schlepp-
verfahren getan. Die im Moment verfügbaren Schleppflugzeuge sind
grösstenteils mit 100-PS-Motoren ausgerüstet. Einige Ecolight-Muster
sind auch mit Verstellpropellern versehen. Diverse Schleppversuche auf
verschiedenen Segelflugplätzen haben gezeigt, dass mit 100 PS ein
Grossteil der Segelflugzeuge sicher weggeschleppt werden kann. Mit
schweren Doppelsitzern benötigt man aber mehr Motorenleistung. Nach
Schätzung/Interpolationen der Experten fehlen ca. 25 bis 30 PS an Motorenleistung. Aggregate mit Turboaufladung könnten diese Lücke
schliessen. Da die Luft für den Verbrennungsvorgang durch die Verdich-
tung und über den Turbolader aufgeheizt wird, ist es sinnvoll, diese nach der Verdichtung wieder abzukühlen. Durch diese Abkühlung kommt mehr
Sauerstoff in die Zylinder. Das Resultat ist eine nochmalige gesteigerte
Leistung im Vergleich zu einem Motor ohne Ladeluftkühlung.

Mitglieder der Segelfluggruppe Oberaargau haben einen speziellen Lade-
luftkühler entwickelt, der auf zukünftige Schleppflugzeuge mit Abgastur-
bomotoren passt. Dabei wurde ein neues Konzept angewendet, das in
der Klimatechnik schon länger zum Einsatz kommt (Luft/Luft-Chiller).
Die Messresultate zeigen, dass mit einer Leistungssteigerung von 4 bis
10% gerechnet werden kann. Diese zusätzliche Leistung wird gerade
zu Beginn des Schleppvorganges benötigt. Ebenfalls wird die Abgas-
qualität verbessert (Verminderung der Stickoxide). Die Oberaargauer
hoffen mit dieser zusätzlichen Installation Ecolight Schleppflugzeuge
mit einer Anhängelast bis 750 kg betreiben zu können. Die Daten-Logger
für Online-Messungen für den Ladeluftkühler im Flugzustand sind bereits konfektioniert.



Ladeluftkühler für Ecolight Schleppflugzeuge



Der Ladeluftkühler - eine revolutionäre Erfindung der SG Oberaargau